Schulterschmerzen? Nicht einfach aussitzen.
- vor 11 Stunden
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Schulterschmerzen, Kommt dir das Bekannt vor?
Deine Schulter schmerzt beim Anziehen der Jacke, beim Fensterputzen oder beim Haarewaschen. Sogar nachts verschwinden die Beschwerden nicht, sondern können Dir Deinen Schlaf rauben. Vielleicht wachst Du morgens schon mit der Sorge auf, dass dieser vertraute Schmerz Dich wieder durch den Tag begleiten wird. Bewegungen, die früher ganz selbstverständlich waren, werden plötzlich zur Herausforderung und beeinflussen Deinen Alltag mehr, als Dir lieb ist. Schulterschmerzen daher nicht einfach aussitzen lautet die Devise.

Schulterschmerzen - Ein problem, das viele betrifft!
Du bist nicht alleine. Denn Schulterbeschwerden gehören zu den häufigsten muskuloskelettalen Beschwerden. Bis zu 26 Prozent der Bevölkerung leiden im Laufe des Lebens unter Schulterschmerzen.
Bestimmte Faktoren wie ein höheres Alter, wiederholte Überkopfbewegungen im Beruf oder beim Sport, Bewegungsmangel sowie eine hohe Belastung der Schulter können das Risiko für die beschriebenen Schulterprobleme erhöhen. Dennoch können Schulterschmerzen grundsätzlich jeden treffen – unabhängig von Alter oder Aktivitätsniveau.
Moderne Therapie statt alter Mythen
Für eine lange Zeit dachte man, dass ausschließlich ein zu geringer Raum unter dem Schulterdach und ein damit verbundenes “Einklemmen” der Sehnen und Schleimbeutel die Symptome verursachen.
Aktuelle Studien stellen jedoch infrage, dass ein eingeengter Raum unter dem Schulterdach die alleinige Ursache für Schulterschmerzen ist (1). Untersuchungen zeigen, dass viele Menschen mit typischen Beschwerden keinen geringeren Abstand zwischen Schulterdach und Oberarmkopf aufweisen als beschwerdefreie Personen. Gleichzeitig lassen sich bei einem beträchtlichen Anteil gesunder Menschen – je nach Studie zwischen etwa 25 und 40 % – Veränderungen oder ein Kontakt zwischen Schulterdach und Oberarmkopf nachweisen, ohne dass Schmerzen bestehen. Darüber hinaus konnten einige Studien zeigen, dass eine arthroskopische Dekompressionsoperation langfristig keine besseren Ergebnisse erzielt als eine sogenannte Scheinoperation oder eine konsequente Bewegungstherapie (2). Man könnte fast sagen, dass kein klinisch relevanter Vorteil der Operation gegenüber einer Placebo-Operation oder der Bewegungstherapie existiert.
Früher ging man davon aus, dass Schulterschmerzen hauptsächlich durch ein „Einklemmen“ von Sehnen unter dem Schulterdach verursacht werden. Heute weiß man, dass die Ursachen deutlich komplexer sind. Meist entsteht der Schmerz durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren – zum Beispiel überlastete oder weniger belastbare Sehnen, eine zu schwache Muskulatur rund um Schulter und Schulterblatt sowie eine unzureichende Koordination der Schulterbewegung. Deshalb sprechen Experten heute häufiger vom subakromialen Schmerzsyndrom oder von Rotatorenmanschetten-assoziierten Schulterschmerzen anstatt vom klassischen Schulterimpingement.
Macht eine OP dann überhaupt noch Sinn?
Prinzipiell sollte nach aktuellen Behandlungsrichtlinien immer erst konservativ behandelt werden, da eine kompetente therapeutische Behandlung eine OP häufig überflüssig machen kann oder zumindest unterstützend wirken kann, selbst wenn eine OP anstehen sollte.
Dennoch kann eine OP bei anhaltenden Beschwerden trotzt ausreichender Therapie oder bei klaren strukturellen Schäden nötig sein. Sie sollte jedoch erst nach sorgfältiger Abwägung und Ausschöpfung der konservativen Behandlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden und somit das letzte Mittel sein. Denn eines sollte klar sein, eine OP ist ein endlicher Prozess der nicht umkehrbar ist.
Was kann ich selber tun?
Da Schulterbeschwerden nach aktuellem wissenschaftlichem Verständnis in vielen Fällen nicht ausschließlich durch ein mechanisches „Einklemmen“ entstehen, gilt die frühere Empfehlung, die Schulter möglichst zu schonen, heute als überholt (4).
Im Gegenteil: Wird die Schulter über längere Zeit kaum bewegt, kann dies den Heilungsprozess sogar bremsen. Muskeln bauen ab, Sehnen verlieren an Belastbarkeit und das Nervensystem kann empfindlicher auf Bewegungen reagieren. Dadurch können Schmerzen bestehen bleiben oder sich sogar verstärken (4).
Deshalb lautet die heutige Empfehlung: Vermeide nicht jede Bewegung, sondern nutze Deine Schulter weiterhin im Alltag – angepasst an Deine Beschwerden. Zu viel Schonung kann bedeuten, dass Deine Muskulatur schwächer wird, die Belastbarkeit weiter abnimmt und die Schulter empfindlicher auf Belastungen reagiert. Bewegungen dürfen daher durchaus leicht unangenehm sein, sollten die Schmerzen jedoch nicht deutlich verschlimmern. Ein individuell angepasstes Bewegungs- und Krafttraining trägt nachweislich dazu bei, die Belastbarkeit der Schulter wieder aufzubauen und langfristig Schmerzen zu reduzieren.
Aus diesem Grund solltest Du Alltagsbewegungen nicht vermeiden, sondern innerhalb Deiner individuellen Schmerzgrenze Deine Schulter weiter nutzen um die Beweglichkeit der Schulter zu erhalten.
Du musst den Weg zu einer beschwerdefreieren Schulter nicht alleine gehen. Die Schulter ist eines der komplexesten Gelenke unseres Körpers. Deshalb gibt es selten eine Lösung, die für alle gleichermaßen funktioniert. Um die Ursache Deiner Beschwerden zu verstehen und die richtige Behandlung zu finden, ist eine individuelle Untersuchung besonders wichtig.
Eine erfahrene Physiotherapeutin oder ein erfahrener Physiotherapeut kann gemeinsam mit Dir herausfinden, was womöglich hinter Deinen Beschwerden steckt. Mit gezielten Übungen, einer passenden Belastungssteuerung und einem individuellen Trainingsplan kannst Du Deine Schmerzen reduzieren, die Beweglichkeit verbessern und Deine Schulter Schritt für Schritt wieder belastbarer machen.
Wie kann eine konservative Therapie in der Physiotherapie aussehen?
Wenn Du unsere Praxis mit Schulterschmerzen betrittst, hast Du wahrscheinlich vor allem eine Frage im Kopf: Woher kommen meine Beschwerden und was kann ich dagegen tun? Vielleicht machst Du Dir auch Sorgen, ob etwas entzündet, angerissen oder in irgendein einer Form beschädigt ist. Um genau das herauszufinden, hören wir Dir im Detail zu und schauen uns bei Meilenstein Deine Beschwerden ganz genau an.
Handelt es sich wirklich um ein Impingement-Syndrom oder eher ein subakromiales Schmerzsyndrom? Liegt eine Instabilität der Schulter oder Schwäche der Rotatorenmanschette vor? Können die Muskeln der Schulter gezielt angesteuert werden? Ist die Ursache tatsächlich die Schulter selbst oder liegt das eigentliche Problem in einer anderen Körperregion?
All diese Fragen und viele weitere werden im Rahmen einer ausführlichen Anamnese und einer umfassenden Untersuchung beantwortet.

Sobald die tatsächliche Ursache gefunden wurde, beginnt die Therapie. Diese wird individuell auf deinen Befund abgestimmt. So kann es beispielsweise bei Bewegungseinschränkungen oder kapsulären Problemen sinnvoll sein, manuelle Therapie einzusetzen. Liegt hingegen eine Schwäche oder ein Ansteuerungsproblem der Rotatorenmanschette vor, liegt der Fokus auf einem gezielt und schrittweise aufgebauten Krafttraining. Zuerst wird durch eine verbesserte Muskelansteuerung die statische Stabilität optimiert. Danach wird die dynamische Stabilität durch den gezielten Kraftaufbau weiter verbessert.
Du fragst Dich jetzt vielleicht: „Warum soll ich trainieren, wenn ich doch Schmerzen habe?“
Das Training wird selbstverständlich an Deine individuellen Möglichkeiten angepasst. Trotzdem ist die Kräftigung der Muskulatur rund um die Schulter besonders wichtig, da das Schultergelenk von Natur aus sehr beweglich und dadurch vergleichsweise instabil ist. Eine gut trainierte Muskulatur trägt entscheidend dazu bei, das Gelenk zu stabilisieren und langfristig Beschwerden zu reduzieren.
Tipp: Auch bei einem Teilriss der Rotatorenmanschette ist ein gezieltes, individuell angepasstes Training heute in vielen Fällen die empfohlene Erstbehandlung. Aktuelle wissenschaftliche Übersichtsarbeiten zeigen, dass ein strukturiertes Übungsprogramm die Schulterfunktion verbessern und Schmerzen reduzieren kann. Gleichzeitig gibt es keine Hinweise darauf, dass ein fachgerecht angepasstes Training den Riss verschlechtert. Entscheidend ist, die Belastung schrittweise und passend zu Deinen Beschwerden zu steigern (5).
UNSER FAZIT von Meilenstein
Bei Meilenstein kombinieren wir moderne physiotherapeutische Konzepte mit aktivem Training und passen die Behandlung individuell an Deine Beschwerden an. Für gesetzlich Versicherte eröffnen die neuen Blankoverordnungen bei ausgewählten Schulterdiagnosen mehr therapeutischen Gestaltungsspielraum. Privatversicherte profitieren zudem häufig von einer individuellen Kombination aus Manueller Therapie und Krankengymnastik.
Neben der physiotherapeutischen Behandlung können manchmal zwei bis drei Übungen helfen, um eine Erleichterung der Schulterproblematik herbeizuführen. Für eine professionelle Anleitung oder Beratung bei Schulterschmerzen stehen wir Dir gerne zur Verfügung.
Möchtest Du mehr über die Schultertherapie bei Meilenstein erfahren, dann schau doch mal bei uns vorbei, ruf einfach an oder vereinbare direkt einen kostenfreien Termin mit uns:
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Wir gehen die nächste Meile, kommst Du mit?
Quellen:
(1) Beard DJ et al. (2018)
Arthroscopic subacromial decompression for subacromial shoulder pain (CSAW Trial). The Lancet, 391(10118), 329–338. DOI: 10.1016/S0140-6736(17)32457-1
(2) Karjalainen TV et al. (2019)
Subacromial decompression surgery for adults with shoulder pain: a systematic review with meta-analysis. BMJ Open / Rapid Recommendations.
(3) Steuri R et al. (2017/2019 Meta-Analyse)
The effectiveness of surgical vs conservative interventions on pain and function in patients with shoulder impingement syndrome.
(4) Powell JK, Lewis JS (2021)
Rotator Cuff-Related Shoulder Pain: Is It Time to Reframe the Advice, "You Need to Strengthen Your Shoulder"? Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy.
DOI: 10.2519/jospt.2021.10199
(5) Ricker E. et al. (2026)
Surgical vs. non-surgical therapy for partial tears of the rotator cuff: a systematic review and meta-analysis of pooled studies with indirect comparison. BMC Musculoskeletal Disorders.
(6) Lewis, J. S. (2011).
Subacromial impingement syndrome: A musculoskeletal condition or a clinicalillusion? Physical Therapy Reviews, 16(5), 388-398
(7) Dhillon KS. (2019)
Subacromial Impingement Syndrome of the Shoulder: A Musculoskeletal Disorder or a Medical Myth? Malays Orthop J. 2019 Nov; 13(3):1-7










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